Brutzeit im Projektgebiet
Ziel des Projektes ist die jährliche Ermittlung des Rotmilanbestands auf einer rund 300 km² großen Probefläche östlich von Neumünster, auf der vor und zu Projektbeginn gehäuft Vergiftungen von Rotmilanen festgestellt worden waren. Diese Aufgabe wurde, wie auch in den Jahren zuvor, unter Einbeziehung von Nestpatinnen und -paten durchgeführt.
In dem bisher fünfjährigen Untersuchungszeitraum traten Schwankungen des Brutbestandes auf. Diese sind kleiner, wenn Revierpaare ohne eine nachgewiesene Brut hinzugezählt werden. Insgesamt sollten die jährlichen Unterschiede aufgrund der Stichprobengröße (= Flächengröße) nicht überinterpretiert werden – eine gerichtete Bestandsveränderung wurde nicht festgestellt. Auffällig war aber das Jahr 2023 mit einem besonders geringen Brutbestand. Die Besiedlung des 300 km² großen Projektgebietes ist weiterhin ungleichmäßig mit einem deutlichen Schwerpunkt in der nördlichen Hälfte. Der Gesamtbruterfolg schwankt über die Projektlaufzeit zwischen 0,53 und 1,07 flüggen bzw. 0,91 und 1,33 beringungsreifen Jungen je Brutpaar auf niedrigem Niveau. Damit wurde bisher in keinem Jahr der bestandserhaltende Schwellenwert von 1,6 Jungvögeln je begonnener Brut (Nachtigall 2008) erreicht. Der geringe Bruterfolg resultierte im Wesentlichen aus Verlusten in der Nestlings- und Ästlingsphase. Einige Verluste können mit Vergiftungen oder Prädation (Habicht und Uhu, ggf. auch Waschbär und Marder) erklärt werden, in vielen Fällen war der Nachweis aber nicht sicher oder gar nicht zu erbringen.
Wir danken den zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern des Projektes, dem MEKUN für die Finanzierung und besonders den Patinnen und Paten für ihren großen Einsatz!
