Nestkamera & Sender
Die Möglichkeiten, das Verhalten der Rotmilane genauer zu verfolgen werden immer umfangreicher. Mit Nestkameras kann das Verhalten im Nest, die Nahrungssituation und Prädation untersucht und live verfolgt werden. Mit aktuellen GPS/GSM-Sendern ausgestattete Rotmilane senden ihre Position je nach Lichteinstrahlung auf die Solar-Panels der Sender alle paar Minuten oder Stunden. In Verbindung mit hoch aufgelösten Karten ist eine umfangreiche Analyse der Raumnutzung möglich. Wir können nachvollziehen, wo die besenderten Rotmilane schlafen, wo sie Nahrung suchen, wo sie Nahrung aufnehmen und damit im Fall der Fälle auch Quellen ggfs. vergifteter Nahrung lokalisieren. Auch der Zug ins Winterquartier und die Raumnutzung dort lässt sich fast live nachvollziehen.
Beide Techniken wollen wir gern in Zukunft zur näheren Erforschung der untersuchten Rotmilanpopulation einsetzen und Interessierte auch möglichst nah daran teilhaben lassen. Hierfür planen wir die Anschaffung von moderner Technik für die Kameraübertragung aus dem Nest und die Besenderung von jungen und adulten Rotmilanen sowohl der Brut- als auch der Überwinterungspopulation. Die Bilder aus den Nestern und Senderkarten (abseits des Nistplatzes) sollen dann hier einsehbar sein. Zur Zeit sind die Voraussetzungen für einen regulären Betrieb von Kamera und Sendern noch nicht geschaffen. Wir konnten aber schon Erfahrungen mit vorhandener Nestkameratechnik sammeln und auch schon Verbindungen zur Besenderung von Rotmilanen zum Team von Prof. Dr. Stefan Garthe vom FTZ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel knüpfen. In einem Pilotprojekt besenderte das Team schon einige Rotmilane. Von den Ergebnissen der Besenderung berichten wir ebenfalls auf dieser Seite.
Besenderung
An dieser Stelle berichten wir von den Ergebnissen des Pilotprojektes zur Besenderung von Rotmilanen. Neben den Berichten aus dem Blog zu einigen der besenderten Rotmilane veröffentlichen wir hier auch die Beobachtungen und Recherchen eines Nestpaten, der das Schicksal eines 2025 besenderten Jungvogels aus dem Revier Pettluis nachzeichnet. Wenn das Besenderungsprojekt wie geplant startet, werden wir an dieser Stelle auch Live-Karten von ausgesuchten besenderten Rotmilanen einbinden. Auch im Jahr 2026 konnten wir dank viel ehrenamtlicher Arbeit und einer großzügigen Spende der Naturschutzgemeinschaft Blunkerbach weitere Rotmilane besendern.
Foto: Bale, das junge 2026 besenderte Männchen aus der Blunkerbach-Niederung. N.Kuhnert
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Petti hat ein Geschwisterchen. Aufgrund der tollen Zusammenarbeit mit dem Team des FTZ der Uni Kiel war es uns möglich, in dieser Saison weitere Rotmilane mit GPS/GSM-Sendern auszustatten. Dazu gehört auch ein Jungvogel aus dem Nest in der Nähe des Gutes Pettluis in welchem auch Petti 2025 groß geworden ist. Dieses junge Männchen wurde von den Pat*innen Bale getauft. “Er hat seinen Namen nach der Bezeichnung einer frühmittelalterlichen Flurbezeichnung bekommen. Die hier um 800 n.Chr. siedelnden westslavischen Stämme der Wagrier nannten diesen Teil der Niederung am Blunker Bach offenbar Bale Loki. In der westslavischen Sprache hieß das Weiße Wiesen. Ich denke, die Niederung könnte im Frühsommer von einer Masse an weiß-wolligen Fruchtständen des Wollgrases regelrecht weiß erschienen sein. Eine schlüssigere Erklärung finde ich nicht. Bale, unser Vogel, ist jetzt jedenfalls ein Teil dieser mit dem Ort verbundenen Geschichte geworden.” Unser Pate Nils Kuhnert verfolgt nun beide Vögel und teilt seine Erkenntnisse und Gedanken mit uns.
4.10.2026: Petti und Bale
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Nils Kuhnert, einer der Paten des Revieres Gut Pettluis, berichtet über seine Eindrücke und Gedanken bei der Verfolgung eines im Revier besenderten Jungvogels über Movebank.org
31.8.25 Petti: Ein Pate auf Tour
1.10.25 Petti: Der Zug beginnt
4.10.25 Petti: Zug um Zug
7.12.25 Petti: Eine Pyrenäen-Überquerung steht an …
14.12.25 Petti: Kurswechsel!
17.1.26 Pettis Stationen
16.2.26 Petti: Aebischer & Scherler helfen weiter
8.3.26 Petti: Rückweg?
21.4.26 Petti erkundet Rioja
29.5.26 Petti zieht zurück -
Blogeintrag zur Raumnutzung und zum Abzug einiger besenderter Rotmilane
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Blogeintrag zum Start des Pilotprojektes
Nestkamera
In den vergangenen Projektjahren konnten wir mit einem vorhandenen System mehr oder weniger erfolgreich das Geschehen aus einigen Rotmilannestern übertragen. Einige der Eindrücke finden sich im Blog des jeweiligen Projektjahres. Die Netzabdeckung ist im Wald auf dem Lande nicht optimal und auch ein Haus mit Glasfaseranschluss steht nicht neben jedem Rotmilan-Brutplatz. Um in Zukunft eine Übertragung des Nestgeschehens garantieren zu können, streben wir die Entwicklung und Anschaffung eines modernen Systems an. Wenn die Bedingungen stimmen, werden wir auch im laufenden Projektjahr 2026 wieder einen Livestream in eines der überwachten Rotmilannester zur Verfügung stellen.
Bis wieder ein Live-Stream zur Verfügung steht, ist hier eine Aufnahme aus dem ersten Projektjahr zu sehen.
