Raumnutzung im Herbst
Petti hat ein Geschwisterchen. Aufgrund der tollen Zusammenarbeit mit dem Team des FTZ der Uni Kiel war es uns möglich, in dieser Saison weitere Rotmilane mit GPS/GSM-Sendern auszustatten. Dazu gehört auch ein Jungvogel aus dem Nest in der Nähe des Gutes Pettluis in welchem auch Petti groß geworden ist. Unser Pate Nils Kuhnert verfolgt nun beide Vögel und teilt seine Erkenntnisse und Gedanken mit uns. Vielen Dank dafür und viel Spaß beim Lesen.
Der Kartenausschnitt mag zunächst verwirrend wirken, aber der Ausschnitt ist beispielhaft interessant: Petti25 – Raumnutzung in blauen Linien. Bale26 – Raumnutzung mit roten Punkten.
Abbildung 1: Aufenthaltsorte der jungen Rotmilane nachgesucht.
Bemerkenswert ist, dass die Nutzung derselben Flächen von beiden Vögeln nicht zum gleichen Zeitpunkt erfolgte. D.h., die Attraktivität der Flächen waren zu unterschiedlichen landwirtschaftlichen Bearbeitungszeiträumen unterschiedlich (Kleemahd und Wintergetreide nur von Bale) aber dennoch für beide Vögel groß.
Solitäre Totbäume (große Überhälter) wurden von beiden Vögeln (und vielen weiteren Vögeln) intensiv genutzt. Die Bedeutung von Totbäumen in der Landschaft scheint enorm. Es gibt vielfältige Solitäreichen in den hiesigen Knicks, die sie hätten anfliegen können. Es werden jedoch die Totbäume genutzt. Die Tracks belegen dies!
Der Schlafwald/Sommersammelplatz (16 Rotmilane & zwei Bussarde zeitgleich) wurde von beiden Vögeln, vermutlich zu unterschiedlichen Zeitpunkten, angeflogen und genutzt. Warum?
Intensiv wurde ein Grünlandumbruch von Petti und Bale, aber auch von zahlreichen Rotmilanen und Bussarden, genutzt. Hier scheint mir die Regenwurmausbeute auch Tage nach dem Pflügen erheblich besser zu sein als gepflügte ehemalige Getreideflächen. Ich habe in frisch gepflügtem ehemaligem Getreideacker (ca. 30 cm tief ) gegraben und habe nicht einen einzigen Regenwurm entdeckt! Der frisch gepflügte Boden von Getreideflächen ist komplett leer! Mglw. Spritzmittel?
Dennoch sind manche landwirtschaftlich bearbeitete Äcker für Rotmilane attraktiv. Warum diese und andere nicht?
Oft sammeln sich die Rotmilane in kleinen Gruppen. Sie rufen und verständigen sich und scheinen sich zu kennen. 3er-, 4er- und 5er-Gruppen glaube ich an unterschiedlichen Orten (einer Region) immer wiederzutreffen.
