Projekt Rotmilan SH

Untersuchungen zum Rotmilan in Schleswig-Holstein
aufgrund anhaltender Funde von vergifteten Vögeln


Der Rotmilan ist eine besondere Greifvogelart. Schon durch sein Erscheinungsbild mit dem deutlich gegabelt Schwanz unterscheidet er sich von den anderen Arten.

Rotmilan im Flug

In Deutschland brüten mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung für diese Greifvogelart.

Mit einer Körperlänge von 60-70 cm und einer Spannweite von bis zu 195 cm ist der Vogel eine imposante Erscheinung am Himmel. Bei einem Gewicht von etwa einem Kilogramm, schwere Weibchen können bis 1.200 g wiegen, ist er dabei verhältnismäßig leicht. Das kommt dem Rotmilan zugute, da er einen Großteil seines Lebens in der Luft verbringt und sich gerne von der Thermik segelnderweise in der Luft tragen lässt.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum, das Weibchen ist aber etwas größer als das Männchen und hat breitere Flügel.

Nach Meldungen von Ringfunden wissen wir, dass freilebende Rotmilane mehr als 25 Jahre alt werden können. In dieser Zeit sollte es ein Rotmilanpaar schaffen, für den Erhalt der Art zumindest zwei Jungvögel aufzuziehen, die dann wiederum für Nachwuchs sorgen. Der Weg bis zur ersten Brut dauert in den meistens Fällen mindestens 3 Jahre.

Einmal im Jahr brüten die Vögel 1-4 Eier aus. Die Gelegegröße ist abhängig von der Nahrungssituation, gibt es z.B. viele Mäuse werden mehr Eier vom Weibchen gelegt. Die Brutzeit dauert um die 35 Tage. Nach dem Schlupf bleiben, die Küken noch 45 bis 60 Tage im Nest. Die Nestlingszeit hängt wiederum von der verfügbaren Nahrung ab. Werden die Jungvögel gut gefüttert, entwicklen sie sich schneller.

Brutverbreitung

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Brutverbreitung des Rotmilans in Schleswig-Holstein laut zweiten Brutvogelatlas der OAGSH. Quelle #1

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Brutverbreitung des Rotmilans in Schleswig-Holstein 2017. Quelle: #2

Beide Karten oben zeigen, dass die Besiedlung Schleswig-Holsteins nach Norden und nach Westen dünner wird. Der Haupteil der Brutpaare kommt im östlichen bis südöstlichen Landesteil vor. Diese Verteilung ergibt sich u. a. aus den klimatischen Bedingungen und den Waldanteilen mit geeigneten Brutbäumen. Aktuell wird der Brutbestand auf etwa 240 Paare geschätzt [#2].

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Brutverbreitung des Rotmilans in Deutschland nach ADEBAR. Quelle: #3

Auch der bundesweite Blick zeigt, dass im Nordwesten die Besiedlungsdichten gering sind. Der Schwerpunkt der Verteilung im Bundesgebiet liegt in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Nach der Erhebungen in dne Jahren 2005-2009 wurde mit einem Bestand von 12.000-18.000 Brutpaare gerechnet. Die nachfolgende Bestandsermittlung von 2011 bis 2014 ergab die Spanne von 14.000-16.000 Rotmilanpaaren bundesweit [#4]. Die Größenordnung um den Mittelwert 15.000 Brutpaare ist damit noch etwas geschärft worden. In derselben Veröffentlichung wird der weltweite Bestand mit 25.200 bis 33.400 Rotmilanpaare angegeben.

Quellen

#1: Koop, B. & R. K. Berndt (2014): Vogelwelt Schleswig-Holsteins. Band 7. Zweiter Brutvogelatlas. Wachholtz-Verlag, Neumünster. 504 S.

#2: Mitschke, A. & B. Koop (2017): Untersuchungen zu den verbreitet auftretenden Vogelarten des Anhangs I der EU-Vogelschutzrichtlinie in Schleswig-Holstein 2016 – Rotmilan, Schwarzspecht, Mittelspecht und Zwergschnäpper. Unveröff. Gutachten, Ornithologische Arbeitsgemeinschaft für Schleswig-Holstein und Hamburg (OAG) im Auftrag des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein, Kiel.

#3: Gedeon, K., Grüneberg, C., Mitschke, A., Sudfeldt, C., Eikhorst, W., Fischer, S., Flade, M., Frick, S., Geiersberger, I., Koop, B., Kramer, M., Krüger, T., Roth, N., Ryslavy, T., Stübing, S., Sudmann, S. R., Steffens, R., Vökler, F. & K. Witt (2014): Atlas Deutscher Brutvogelarten. Atlas of German Breeding Birds. Stiftung Vogelmonitoring Deutschland und Dachverband Deutscher Avifaunisten, Münster.

#4: Grüneberg, C. & J. Karthäuser (2019): Verbreitung und Bestand des Rotmilans Milvus milvus in Deutschland – Ergebnisse der bundesweiten Kartierung 2010-2014. Vogelwelt 139: 101–116.



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